Meine Erlebnisse...

Ich entdecke die Welt!

diary


Sternenzeit 2006, Meine Woche: 11, vollendeter Monat 2

Un'estate italiana
09.07.2006

ITALIEN – FRANKREICH 1:1 n.V. (1:1, 1:1) 5:3 i.E.

Italien ist nach 1934, 1938 und 1982 zum vierten Mal Fussball-Weltmeister. Die Squadra Azzurra bezwang im Endspiel der WM im Berliner Olympiastadion Frankreich mit 5:3 im Elfmeterschießen, nachdem es nach regulärer Spielzeit und Verlängerung 1:1 gestanden hatte. David Trezeguet verschoss als zweiter Schütze der Franzosen als Einziger seinen Elfmeter.

Frankreichs Kapitän Zinédine Zidane brachte sein Team bereits früh in Führung, als er einen Strafstoß mit viel Glück zur 1:0-Führung im Tor der Italiener unterbrachte (7.). Doch Marco Materazzi sorgte mit einem wuchtigen Kopfball nach Ecke von Andrea Pirlo dafür, dass die Squadra Azzurra schnell ausglich (19.) und fortan das Kommando übernahm.

In der packenden zweiten Halbzeit war Frankreich das bessere Team, Thierry Henry vergab mit einem Schuss die beste Chance, Italiens Torhüter Gianluigi Buffon klärte glänzend (64.).

In der ersten Halbzeit der Verlängerung hatte Zidane per Kopfball die Gelegenheit zur Führung der Franzosen, doch Buffon bewies mit einer reflexartigen Parade erneut sein Können (103.). Zidane wurde zur tragischen Figur, als er nach einem Kopfstoß gegen Materazzi die Rote Karte sah (110.).

Das Spiel:
6. Minute: Nachdem Thierry Henry gleich in der ersten Minute nach einem Zusammenprall mit Fabio Cannavaro zu Boden gegangen war und das Spiel für zwei lange, dramatische Minuten unterbrochen werden musste, ging Frankreich in der sechsten Minute in Führung. Marco Materazzi hatte Florent Malouda berührt, der mit dem Ball die Strafraumgrenze überquert hatte und in Richtung des italienischen Tors unterwegs war. Beim anschließenden Elfmeter standen sich zwei Kandidaten auf den Gewinn des Goldenen Balls von adidas direkt gegenüber: Zinédine Zidane überraschte den italienischen Torhüter Gianluigi Buffon mit einem dreisten Lupfer, der zum Glück für Frankreichs Nummer Zehn von der Unterkante der Querlatte abprallte und knapp, aber eindeutig hinter der Torlinie den Boden berührte 0:1.

9.: Materazzi, wahrscheinlich immer noch leicht schockiert wegen seiner unglücklichen Rolle beim französischen Elfmeter, hätte fast das 0:2 für die Equipe tricolore verschuldet: Bei der versuchten Kopfballabwehr einer Flanke von Willy Sagnol fälschte er den Ball gegen das eigene Außennetz ab, während Buffon dem Leder verzweifelt hinterher hechtete.

14.: Nach einem der immer gefährlichen Freistöße von Andrea Pirlo lenkte Lilian Thuram den Ball mit einem spektakulären Flugkopfball zur Ecke - aus einer Position, aus der der Juventus-Verteidiger durchaus auch ins eigene Tor hätte köpfen können.

19.: Dank einer fast schon typischen Kombination von Pirlos Geschick mit dem ruhenden Ball und der Kopfballstärke von Materazzi gelang Italien der Ausgleich. Letzterer machte auf Aufsehen erregende Weise seinen Fehler aus der 6. Minute wieder gut, indem er nach einer Pirlo-Ecke von links die gesamte französischen Abwehr übersprang und den Ball per Kopf ins französische Tor drückte - vorbei am unglücklich postierten Fabien Barthez (1:1).

35.: Nach einigen schnellen Kurzpasskombinationen der Azzurri an der rechten Ecke des französischen Strafraums wäre Luca Toni fast zu seiner ersten Torchance gekommen, doch Thuram rutschte in letzter Sekunde in den Ball und klärte zur Ecke. Die nachfolgende Ecke zeigte erneut, welche Schwierigkeiten Raymond Domenechs Defensive mit der italienischen Kopfballstärke hatte: Diesmal war es Toni, der den Ball nach einer weiteren perfekt herein getretenen Ecke von Pirlo an die Querlatte köpfte.

47.: Henry begann die zweiten Halbzeit mit einem Überraschungsangriff und stieß bis in den italienischen Strafraum vor, doch Buffon hatte mit seinem Schuss keine Mühe.

49.: Wie in der ersten Halbzeit war Italien auch jetzt wieder bei Eckstößen gefährlich: Totti zirkelte den Ball auf den Kopf von Cannavaro, doch dessen Kopfball wurde von einem Verteidiger abgeblockt.

50.: Mit bemerkenswerter Ballkontrolle setzte Henry sich gegen drei Verteidiger durch, doch seine flache Hereingabe vor das Tor fand keinen französischen Abnehmer, so dass Zambrotta klären konnte.

58.: Obwohl Patrick Vieira - wahrscheinlich wegen einer Sehnenverletzung - das Spielfeld verlassen und durch Alou Diarra ersetzt werden musste, hatte Frankreich weiterhin deutlich mehr vom Spiel als die Azzurri. Trainer Lippi reagierte, indem er Daniele De Rossi und Vincenzo Iaquinta für Francesco Totti und Simone Perrotta brachte.

62.: Ganz Frankreich atmete erleichtert auf, als Toni einen Freistoß von Pirlo mit dem Kopf an Barthez vorbei ins Tor drückte - doch die Fahne des Schiedsrichter-Assistenten war oben. Nur Sekunden später gelang es Henry auf der anderen Seite, trotz enger Bewachung durch Cannavaro, einen Schuss aufs italienische Tor zu ziehen, doch Buffon parierte glänzend.

72.: Diesmal versuchte es Toni mit einem Drehschuss im französischen Strafraum, doch Barthez konnte parieren; außerdem hatte der italienische Stürmer den Ball bei der Annahme mit dem Arm unter Kontrolle gebracht.

78.: Während die Minuten langsam verrannen, wurde das Spiel zunehmend zerfahrener, weil keiner Mannschaft mehr wirklich überzeugende Aktionen gelangen. Die beste Chance für Italien hatte noch Pirlo, der einen Freistoß aus 25 Metern nur knapp neben den rechten Pfosten von Barthez' Tor zirkelte.

90. In den Schlussminuten der regulären Spielzeit zog sich Italien, trotz der Einwechslung von Alessandro Del Piero, weit in die eigene Hälfte zurück, und obwohl Frankreich die Entscheidung zu erzwingen versuchte, gelang es der Equipe tricolore nicht, die Verteidigung der Azzurri zu überwinden.

100.: Ribéry leitete die erste große Chance der Verlängerung ein - und ließ sie anschließend auch gleich selbst ungenutzt: Nach einem Doppelpass mit Malouda an der italienischen Strafraumgrenze drang er von der Seite in den Sechzehnmeterraum ein, doch sein Flachschuss zischte um Zentimeter am langen Eck vorbei.

104.: Frankreich war nun die klar dominierende Mannschaft, und als Zidane nach einer Flanke von Willy Sagnol von der rechten Seite völlig frei stehend vor dem Tor zum Kopfball kam, musste Buffon sein ganzes Können aufbieten, um den Ball mit einem Weltklassereflex über die Querlatte zu lenken.

110.: Urplötzlich nahm das Finale für Frankreich den Charakter eines "Schwarzen Tags" an: Schiedsrichter Horacio Elizondo hatte plötzlich das Match unterbrochen und war auf die andere Seite des Platzes geeilt, woraufhin er nach kurzer Beratung mit seinem Schiedsrichter-Assistenten Zidane mit einer Roten Karte vom Platz schickte - der Grund dafür war ein Kopfstoß gegen Marco Materazzi. Welch trauriger Abgang für den französischen Kapitän und das Ende seiner großartigen Karriere.

Elfmeterschießen:
Pirlo, Materazzi, De Rossi und Del Piero verwandelten ihre Elfmeter für die Azzurri sicher, doch obwohl auf französischer Seite auch Wiltord, Abidal und Sagnol sich keine Blöße gaben, entschied letztlich Trezeguets Fehlschuss das Finale der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006: Fabio Grosso verwandelte den entscheidenden Elfmeter für Italien und sicherte damit Marcello Lippis Mannschaft den Sieg und den Titel.

Fazit1:
Nach diesem denkbar knappen Sieg gegen Frankreich heißt der verdiente neue FIFA Fussball-Weltmeister Italien. Zugleich befreite sich das Team vom Trauma des verlorenen Elfmeterschießens im Endspiel des FIFA-Weltpokals USA 1994, als man gegen Brasilien unterlag. In Frankreich dürfte dagegen noch lange über das eigene Pech und den Platzverweis gegen Zidane gesprochen werden.

Fazit2:
Ich freue mich sehr für die Italiener, obwohl ich "die weisse Katze" Zizou sehr gern mag (Diese Affinität muss ich wohl von Mami geerbt haben!) Schade, dass ich nicht von den Lippen lesen kann, denn es muss schon etwas richtig Heftiges gewesen sein, dass Zizou derartig ausgerastet ist. Gut, temperamentvoll war er wohl seit je her... Auf jeden Fall finden wir schade, dass heute sein Abschiedsspiel war. Für uns geht er als Fussballheld in die Geschichte ein...

Zizou

Fazit3:
Auch für Fussball-Muffel war die WM bestimmt ein rundum gelungenes Erlebnis! Weil ich ein kleiner Bub bin kann Fussballmuffeligkeit auf mich gar nicht zutreffen: Ich freue ich mich auf die Weltmeisterschaften, die ich künftig mit meinem Daddy schauen kann!!!

Fazit4:
Liebe Fussballmuffel, die Ihr Euch trotz allem dem Zauber der WM erwehren konntet:
Morgen kehrt Normalität ein! Zumindest streckenweise... von den ganzen weinenden gestandenen Männern, die für 4 Jahre auf Entzug gesetzt werden mal abgesehen. Versucht, sie mit der EM 2008 zu trösten...

Liebe "Fussballbekloppten"! Ja! Es gibt ein Leben NACH der WM. Im TV laufen ab morgen wieder Vorabend-Krimis und Telenovelas, spannender als jedes Elfmeter-Schiessen *lach-mich-schlapp*. Alles wird guuuut... tief durchatmen... *EIN* ... *AUS* ... *GUUUT*

Let´s visit South-Africa! ;-)

backforward